Dienstag, 4. September 2012

Wie verbringen die Deutschen ihre Freizeit?


Am 28.08.2012 stellte die Stiftung für Zukunftsfragen in Berlin den Freizeitmonitor 2012 vor. Seit 1993 führt die Stiftung regelmäßig repräsentative Studien zum Freizeitverhalten der Deutschen durch und befragt dabei über 4.000 Personen, wie häufig sie bestimmte Freizeitaktivitäten ausführen und erstmals auch wofür sie gern mehr Zeit hätten.

Unangefochten steht ganz oben als beliebteste Freizeitbeschäftigung das Fernsehen. 98% der Bundesbürger lassen sich regelmäßig von Fernsehsendungen in ihrer Freizeit berieseln, statt selbst Aktivitäten nachzugehen. Fernsehen ist die Nr. 1 der Freizeitaktivitäten neben Radio hören, telefonieren,  Zeitung lesen oder sich mit der Familie beschäftigen. Daneben ist Fernsehen ist ein Medium der Gleichzeitigkeit geworden, denn nebenbei werden gern Mahlzeiten eingenommen, telefoniert, gebügelt oder gelesen.


Quelle: Stiftung für Zukunftsfragen
 

Stark zugenommen hat die Nutzung neuer Medien, wie Computer oder Internet in der Freizeit, während andere Aktivitäten wie Sport, Handarbeit, Theaterbesuche oder Musik machen, zunehmend an Attraktivität verlieren.

Die Bundesbürger hätten in ihrer Freizeit gern mehr Zeit  für spontane Aktivitäten, je nach Lust und Laune, zum Ausschlafen und für häufigeren Sex bzw. Erotik.

Mehr Informationen und die Studie gibt es unter: www.stiftungfuerzukunftsfragen.de

Mittwoch, 22. August 2012

Erwerbstätige arbeiten länger und atypische Arbeitszeiten nehmen zu


Arbeitszeiten verändern sich und Normalarbeitszeiten gelten für immer weniger Erwerbstätige.

Deutlich zugenommen hat in Deutschland die Abend-, Nacht- und Wochenendarbeit. Waren es 1996 noch 18,8 % der Beschäftigten, die am Sonnabend arbeiteten, stieg  der Anteil 2011 auf knapp 25 %.  
14,4 % der Beschäftigten arbeiten auch am Sonntag regelmäßig. 
Insbesondere wird immer öfter bis in die späten Abendstunden zwischen 18.00 und 23.00 Uhr gearbeitet. Der Anteil der Erwerbstätigen, die abends arbeiten, erhöhte sich zwischen 1992 und 2011 von 15% auf 27 %.
Der Anteil der Arbeitnehmer, die regelmäßig in der  Nacht arbeiten, erhöhte sich von 6,8 % (1996) auf 9,6 % (2011).
Gleichzeitig ist die Wochenarbeitszeit für Vollbeschäftigte seit 1991 um etwa 40 Minuten pro Woche angestiegen. Dabei arbeitet jeder Achte mehr als 48 Stunden pro Woche, vor allem Männer. Überlange Arbeitszeiten sind besonders für Führungskräfte oder Selbständige Normalität.   

Mehr aktuelle Informationen zu Arbeitszeiten und zur Qualität der Arbeit gibt es auf der Website des Statistischen Bundesamtes. Hier kann auch die neu erschienene Broschüre „Qualität der Arbeit – Geld verdienen und was sonst noch zählt“ (August 2012) heruntergeladen werden:

Mittwoch, 8. August 2012

Goodbye, Siesta!


Die Siesta, die traditionelle spanische Mittagsruhe zwischen 12.00 und 16.00 ist wie viele westliche kollektive Zeitinstitutionen in Auflösung begriffen. Schon 2005 wurde in Spanien durch ein neues Gesetz die Mittagspause für Angestellte im öffentlichen Dienst auf eine Stunde, zwischen 12.00 und 13.00 Uhr reduziert, um die Produktivität in der öffentlichen Verwaltung zu erhöhen und ein früheres Arbeitszeitende zu ermöglichen.
Ab September 2012 wird sie dort auch im Einzelhandel und in der Gastronomie abgeschafft. Denn dann dürfen Geschäfte und Restaurants auch über die Mittagszeit öffnen. Ziel der spanischen Regierung ist es, die Umsätze in diesen Wirtschaftsbereichen, insbesondere in der Zeit der „Euro-Krise“ zu erhöhen und den ausländischen Touristen und Urlaubern, die sich oft über verschlossene Läden und Restaurants beschweren, einen Rund-um-die-Uhr-Service zu bieten.
Arbeitsgewohnheiten sollen einheitlich an nordeuropäische Länder angepasst und  rationalisiert wie ökonomisiert werden.
Zeitkulturen vereinheitlichen sich immer mehr in Richtung einer 24/7/365 globalisierten Gesellschaft und alte Zeittraditionen verschwinden zunehmend. Fraglich erscheint, ob sich kulturell unterschiedliche Zeitgewohnheiten einfach übertragen lassen, denn diese haben in ihrer jahrhundertealten Tradition durchaus ihren Sinn. Die Arbeit in der heißen Mittagszeit in südlichen Gefilden ist besonders anstrengend, und auch der nordeuropäische Mensch fühlt sich nach einer Mittagsmahlzeit müde, was eine durchaus eine natürliche Reaktion darstellt, wie wissenschaftliche Studien zeigen.

Mittwoch, 1. August 2012

„Verlust der Nacht“

Europa in der Nacht

Ein interdisziplinäres Forschungsvorhaben erforscht die gesundheitlichen, ökologischen, gesellschaftlichen und sozioökonomischen Folgen, die die nächtliche Kunstbeleuchtung hat. Denn beleuchtete Straßen, angestrahlte Gebäude oder blinkende Werbeflächen geben uns nicht nur ein Gefühl von Sicherheit und Wohlstand, sondern haben zunehmend negative Auswirkungen auf den Stromverbrauch, das Verhalten von Tieren und beeinträchtigen das Wohlbefinden und die Gesundheit des Menschen. Inzwischen spricht man diesbezüglich auch von „Lichtverschmutzung“, ähnlich wie die der Luftverschmutzung. Geforscht wird u.a. in den Bereichen: Ökologie, Gesundheit, Gesellschaft, Lichttechnik und Astronomie und Kulturgeschichte.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung in Berlin fördern dieses langjährige Projekt, wie das BMF in seiner Pressemitteilung vom 31.07.2012 mitteilte. Ziel dieses Forschungsprojektes, an dem sich verschiedene wissenschaftliche Einrichtungen beteiligen, ist es nicht nur die Zusammenhänge nächtlicher Beleuchtung und deren Folgen auf Mensch und Umwelt zu verstehen, sondern gleichzeitig auch „Konzepte für eine intelligente und nachhaltige Beleuchtung zu entwickeln“.
Informationen zu diesem Forschungsprojekt gibt es unter:

Freitag, 6. Juli 2012

„Kultur der Unerreichbarkeit“


Oft sind Arbeitnehmer auch in der Freizeit und im Urlaub über Handy und per E-Mail beruflich ständig erreichbar. Die Grenzen zwischen den einzelnen Lebensbereichen verschwimmen zunehmend, was Stress verursacht und auf Dauer krank machen kann. Die starke Zunahme psychischer Erkrankungen und Belastungen spricht dafür.  Nicht umsonst hat sich die Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen diesem Thema angenommen und forderte jüngst in einem Pressestatement zum Thema Arbeitsschutz und Kommunikationsmittel eine genaue Trennung zwischen Arbeit und Freizeit.

[Anzuhören unter: http://www.bmas.de/DE/Themen/Arbeitsschutz/Meldungen/arbeitsschutz-kommunikationsmittel.html].

Arbeitgeber sollten klare Regeln für die Erreichbarkeit per Handy und E-Mail setzen, um die Beschäftigten vor zu hoher Belastung zu schützen.
Von der Leyen fordert damit sozusagen eine „Kultur der Unerreichbarkeit“ für jedes Unternehmen, die auch gelebt werden sollte. 
Eine Sensibilisierung seitens politischer Akteure für dieses Thema ist sinnvoll, allerdings bleiben die Fragen einer tatsächlichen Umsetzung offen, denn längst ist die stillschweigende Erwartung, ständig erreichbar zu sein, zur Norm geworden, die sich der Einzelne nicht so einfach entziehen kann.
Trotzdem sollte man gerade den Urlaub als kommunikative Auszeit vom Beruf nutzen und den betrieblichen Handy- und E-Mail-Empfang auch mal ausschalten, um richtig abschalten zu können.

Dienstag, 20. März 2012

Jahreszeiten beeinflussen unsere Alltagszeit (II)


© Elke Großer
Heute ist kalendarischer Frühlingsanfang!
Die Tage werden länger und es wird wärmer. Frühjahrsblüher, wie Schneeglöckchen, Krokusse oder Blausterne geben der Natur, nach dem Einheitsgrau des Winters,  wieder ihre bunten Farben zurück. Die ersten grünen Knospen sprießen und Vögel wecken uns mit lautem Gezwitscher. Aber statt munter und aktiver zu werden, überfällt vielen Menschen die so genannte Frühjahrsmüdigkeit. Fast jeder Zweite ist davon betroffen.
Starke Temperatur- und Helligkeitsunterschiede belasten im Frühling den Kreislauf, infolge dessen fühlen wir uns eher müde, erschöpft und sind anfällig für Infekte. Werden die Tage wieder länger, gehen wir unwillkürlich später ins Bett und wachen am Morgen früher auf. Die Umstellung der Uhren auf Sommerzeit am kommenden Wochenende belastet unsere biologische Uhr zusätzlich. Es fehlt uns ausreichend Zeit für einen erholsamen Schlaf.
Unsere innere Uhr stellt sich im Frühjahr um. Nach ungefähr zwei bis vier Wochen hat sich der Körper angepasst und es beginnt die Zeit des Frühlingserwachens. Wir fühlen uns besser, munterer, leistungsfähiger und haben gute Laune.
Um wieder richtig in die Gänge zu kommen, helfen Spaziergänge im hellen Sonnenlicht, insbesondere in der ersten Hälfte des Tages. Je mehr  Zeit wir im Freien verbringen, desto  bessere Laune haben wir und umso tiefer können wir schlafen. Auch eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse sowie  Vollkornprodukten hilft.